Führung in Veränderungsprozessen

Anzeige

Der gezielte Einsatz von Managementinstrumenten in Organisationen ist im klassischen Management im Sinne von Handlungsorientierung und Umsetzung zweifelsohne hilfreich bei der Aufgabenerfüllung. Die Zeiten sind jedoch vorbei, in denen auf einen Veränderungsprozess eine Zeit der Stabilität folgt. Der Wandel ist zu einem permanenten Prozess der Organisationsentwicklung geworden.

Die ständige Notwendigkeit der Veränderung und Weiterentwicklung zeigt, dass Management als Konzept und Methode heutzutage eine Ergänzung braucht, um eine Organisation zum Erfolg zu führen.Hier beginnt die Herausforderung an Führungspersönlichkeiten: Führung besteht nicht mehr darin, lediglich die Einhaltung von Ordnung und Struktur zu überwachen, oder bestehende Strukturen anzupassen. Führung erfordert heute den Einsatz der gesamten Persönlichkeit und dies bedeutet

  • Orientierung im Prozess des permanenten Wandels geben,
  • alte Paradigmen zu identifizieren, sie zu überwinden und damit selbst beispielhaft voranzugehen,
  • die richtigen Dinge zu tun, statt die Dinge richtig zu tun und
  • zu folgen, um zu führen.

Meta-Kompetenzen eines Leaders

In Zukunft wird es immer wichtiger, die jeweilig notwendige Führungs- und Managementleistung permanent genau zu diagnostizieren.

  • Welche Maßnahmen müssen jetzt gesetzt werden?
  • Worin bestehen die zentralen Herausforderungen der nächsten Wochen/Monate?
  • Was können meine Mitarbeiter autonom erledigen, wo muss ich als Führungskraft selbst tätig werden, wo reicht eine helfende Hand?

Die Meta-Kompetenz ist Reflexionsfähigkeit und die Bereitschaft, sich und seine konkreten Handlungen immer wieder zu überprüfen.

Eine weitere wichtige Kompetenz eines Leaders ist es, Orientierung zu geben (Wo will ich hin?) und Sinn zu stiften (Warum will ich dort hin?). Das bedeutet im Vorfeld, sich als Führungskraft selber über die Ziele und den Sinn von Maßnahmen, Veränderungen etc. klar zu sein. Und es bedeutet auch, bei Veränderungen immer wieder zu prüfen, wie das Neue mit den unternehmensspezifischen Werten und Verhaltensnormen vereinbar ist. Nur wer selbst vom Neuen überzeugt ist, kann andere führen.

Anzeige

Wenn es verantwortlichen Führungskräften gelingt, ihre eigene Leidenschaft für die Entwicklung des Unternehmens ansteckend zu machen, Leadership also in besonders eindrucksvoller Weise zu zeigen, dann gelingt die Gefolgschaft der Mitarbeiter scheinbar leicht. Denn glaubt man dem amerikanischen Motivationstrainer Dale Carnegie:

Was du in anderen Menschen entzünden willst, muss erst in dir selber brennen!

Der Leadership Diamant

Ein in seiner Einfachheit bestechendes Modell zur Beschreibung – und Diagnose – solcher integrierten Leadership-Kompetenzen hat Peter Koestenbaum mit seinem „Leadership-Diamanten“ entwickelt.

Führung bewegt sich in dem Spannungsverhältnis von Vision und Realität auf der einen Seite, und Ethik und Mut auf der anderen Seite. Dazwischen entsteht innere Größe durch die Spannung zwischen den oben genannten Polen. Größe hat bei Koestenbaum mit Empowerment (Ermächtigung) anderer zu tun. Mut, Kraft und Macht gehören bei ihm zusammen und bilden die Basis, die Wurzel seines Systems.

Für ihn gehören Macht und Verantwortlichkeit eng zusammen: Verantwortung ohne Macht ist genauso leer wie Macht ohne Verantwortung. Mitarbeiter, die Verantwortung übertragen bekommen, müssen ebenfalls die Macht erhalten, diese Verantwortlichkeit zu leben und Dinge in ihrem Kompetenzbereich beeinflussen zu können.

Führung Leadership Diamant
Leadership-Diamant nach Peter Koestenbaum

Herausragende Leadership-Kompetenz zeigt sich somit in der Fähigkeit, als Person oder in der Kombination Person/Organisation alle vier Dimensionen kraftvoll zu entwickeln.
Beim Treffen von Entscheidungen achtet ein guter Leader darauf, stets sowohl visionär-realitätsverbunden als auch mutig-wertebasiert zu handeln. Ausprägungen in nur einer oder zwei Dimensionen haben vielleicht schillernde Attraktivität – selten jedoch haben sie nachhaltigen Erfolg!


Auch die Anforderungen und Herausforderungen einer Führungskraft sind dem ständigen Wandel unterworfen…


Das Hirtenprinzip: Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung
45 Bewertungen
Das Hirtenprinzip: Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung
  • Kevin Leman, William Pentak
  • Herausgeber: Goldmann Verlag
  • Taschenbuch: 160 Seiten

MUTMACHER

Selbstermutigung

Ermutigung als Motivator ist nicht in erster Linie eine Technik, sondern eine Haltung – eine Haltung zu anderen aber auch zu sich selbst. Denn nur wer sich selbst akzeptiert und wohlwollend mit sich selbst umgeht, kann andere ermutigen. Dabei kann ein guter Ausgangspunkt dafür sein: „So, wie ich bin, bin ich gut genug!“ Sich selbst akzeptieren nicht unter Ausblendung seiner Schwächen, Unzulänglichkeiten und Fehler, sondern unter deren Einbeziehung: Das erfordert den Mut zur Unvollkommenheit. Sich und die Welt so zu betrachten, ist zweckmäßig, denn es macht uns stabiler, leistungs- und liebesfähiger, erfolgreicher.

Anzeige

Menschen mit einer derartigen Einstellung können sich besser auf die Sache und auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen konzentrieren. Sich selbst zu ermutigen bedeutet auch, einen aktuellen Misserfolg nicht als Nachweis von Unfähigkeit, sondern als Zwischenstand in einem Entwicklungsprozess zu betrachten, auf den der nächste Schritt folgen muss und folgen wird.

Involvierung

Ermutigung wird auch durch die intensive Einbeziehung der Mitarbeiter und Führungskräfte in den Veränderungsprozess bewirkt. So lösen sich häufig anfängliche Zuschreibungen von „Konservativen“ und „Progressiven“ nach wenigen Wochen gemeinsamer Projektarbeit in Wohlgefallen auf.

Rasche Erfolge

In weniger mutigen Unternehmen, in denen Gefahr besteht, dass bald das Handtuch geworfen wird, ist es wichtig, das Veränderungsprojekt so zu planen, dass rasche Erfolge möglich sind, ist doch nichts ermutigender als sichtbare Resultate.

Krisen gemeinsam überstehen

Die Krise als Chance zu nutzen, gilt nirgendwo mehr, als in einem stockenden festgefahrenen Veränderungsprojekt, von dem alle Beteiligten meinen, dass es abgebrochen wird. Wenn die Führung ihren Beitrag leistet, diese Krise zu bewältigen, dann ist das für die meisten Beteiligten eine neue Erfahrung: Wenn eine Krise nicht in Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Abstrafungen endet, sondern in einer Herausforderung, die man gemeinsam bewältigen kann, stellt das für alle Beteiligten eine ermutigende Erfahrung dar.


Bei Veränderung zu beachten

  • Eine inspirierende Vision zu erarbeiten und daraus abgeleitet strategische Maßnahmen zu definieren, die anschließend in einem partizipativen und kommunikativen Prozessmanagement umgesetzt werden.
  • Die Entscheidungen rund um die Strategieumsetzung erfordert eine kompetente Prozessbegleitung und professionell aufgesetzte Maßnahmen, die in gleicher Weise Kopf, Bauch und Hand der Mitarbeiter ansprechen, damit Motivation für den Wandel freigesetzt wird.
  • Vom Management Rückhalt und Offenheit für die Veränderungsmaßnahme zu erlangen, vielleicht auch deren Flexibilität gegenüber der Wandelbarkeit der Ziele der geplanten Veränderung, auch ihre Bereitschaft zuzuhören und Partizipation wirklich zuzulassen.
  • Authentisch zu sein, Dinge zu erzählen, die richtig und wahr sind und dabei nicht falsche Erwartungen zu erzeugen.
  • Ein gutes Timing zu besitzen und zu wissen, wann welche Informationen weitergeleitet werden sollten. Bereit zu sein, zuzuhören.
  • Stehen Menschen nicht hinter einer Veränderung, hat das immer Gründe mangelnder Motivation. Führungskräfte brauchen ein gutes motivationspsychologisches Grundverständnis, um die Motivationsbarrieren zu erkennen und diesen gegensteuern zu können.

Anzeige

Literaturhinweise

Anzeige

Projektcontrolling: Projekte erfolgreich planen, überwachen und steuern
Roland Wanner - Herausgeber: CreateSpace Independent Publishing Platform - Auflage Nr. 1 (10.11.2013) - Taschenbuch: 280 Seiten
Projektmanagement mit Excel: Projekte planen, überwachen und steuern. Für Excel 2010, 2013 und 2016
Ignatz Schels, Uwe M. Seidel - Herausgeber: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG - Gebundene Ausgabe: 346 Seiten
Tools für Projektmanagement, Workshops und Consulting: Kompendium der wichtigsten Techniken und Methoden
Nicolai Andler - Herausgeber: Publicis - Auflage Nr. 6 (01.07.2015) - Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Anzeige