Gute Stimmung im Arbeitsalltag

Sie und Ihre Mitarbeiter, Kollegen, vielleicht auch schon Kunden treffen montagmorgens am Arbeitsplatz ein. „Wie geht´s?“ ist eine nicht unübliche Floskelfrage.

Was sind aber die durchaus nicht floskalen Antworten?

  • „Wie kann es einem an einem Montag schon gehen….?“
  • „Wie der Chef will…“
  • „Was kann ein Tag schon bringen, der mit Aufstehen beginnt?“

ist ein weiterer Kommentar eines notorischen Langschläfers und daher Spätaufstehers, der sich, nach seinem Gefühl zu nachtschlafender Zeit, zur Arbeit zwingt.

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Ab Mittwoch können Sie dann aus dem Radio beinahe penetrierend hören „Bald ist Wochenende!“ „Nur mehr zwei Tage und Sie haben es geschafft!“ Damit ist die subtile Demotivationsmaschine bereits in Gang und erreicht fast eine Spitzenleistung.

Das ständige Bombardement der negativen Äußerungen über das Arbeiten hat seine Wirkung erreicht. Mit letzter Kraft aber mit umso mehr Sehnsucht erwarten wir das Wochenende, gleichsam das Paradies der freien Zeit, die einzigen Tage der Woche, an denen das Leben wirklich lebenswert scheint. Arbeitsleid und Freizeitfreude ist der Grundsatz der jahrein jahraus geknechteten Mitarbeiter.

Muss das so sein?

Ich denke NEIN. Die Arbeit und die damit verbundene Zeit ist Teil unseres Lebens. Es liegt an uns, was wir daraus machen. Wir alle haben uns vor einiger Zeit für unseren Job entschieden. Damals waren Ideen, Pläne, Vorstellung von der Zukunft in den prächtigsten Farben gemalt. Nun nach einigen Jahren ist die rosarote Brille abgelegt und wir sehen vielleicht manches realistischer. Aber noch immer ist es Teil unseres Lebens. Noch immer kommt es darauf an, was wir daraus machen – ja auch Sie! Sie und nur Sie haben jeden Tag aufs Neue die Wahlfreiheit.

Sie können sich entscheiden zu klagen und zu jammern. Fürs Erste schafft es sowas wie Erleichterung. Schnell findet sich jemand der in den Jammerchor eintritt und schon sind sie eine Schicksalsgemeinschaft. Mit Genuss erzählen Sie sich gegenseitig das Leid und vergessen dabei, dass jedes gesprochene Wort nicht nur ein Signal für den anderen bedeutet, sondern auch eine Botschaft ist, die Sie sich selbst ausrichten. Wenn Sie klagen und jammern verfestigt sich in Ihnen immer schneller und immer tiefer der Eindruck, dass Sie wirklich unter schrecklichen Bedingungen tätig sind, dass es tatsächlich kaum auszuhalten ist.

Wenn ihre Jammerchorgemeinschaft jetzt noch zustimmt, dann haben Sie von „objektiver“ dritter Seite noch eine Bestätigung dafür bekommen und ab jetzt stimmt es. Und diese schlechte Stimmung zieht Kreise, wie ein Stein, den Sie ins Wasser werfen. Immer mehr Menschen in Ihrem Umfeld werden angesteckt und ehe wir uns versehen ist eine ganze Abteilung oder Organisation schlecht gejammert.

Ich arbeite in einem Irrenhaus: Vom ganz normalen Büroalltag
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  • Martin Wehrle
  • Herausgeber: Ullstein Taschenbuch
  • Taschenbuch: 288 Seiten

Es geht nicht darum, alles schön zu reden. Es geht darum, gegen dieses energiezehrende Jammern anzukämpfen, gegen das Destruktivdenken, das nichts verändert, ja nicht einmal verändern will. Für konstruktive Kritik soll immer Platz sein, aber sie will verbessern, optimieren und Energiespender finden. Oder wie würden sie sich fühlen, wenn es heißt „Bald ist Wochenende!“ und Sie sind Krankenschwester und wissen genau, dass am Samstag um 07.00 Uhr Ihre Dienstschicht beginnt, die bis Montag 12.00 Uhr dauert?

Wir verbringen rund zweitausend Stunden im Jahr mit beruflichen Tätigkeiten.

Wenn man bedenkt, dass ein Jahr fast neuntausend Stunden hat, so ist das doch ein nicht unwesentlicher Teil unseres Lebens. Hier stellt sich die Frage ob das nicht zuviel Zeit ist, um sie damit zu verbringen, was Ihnen missfällt. Die nächste Frage die sich daraus logisch ergibt: Was möchten Sie in diesen rund zweitausend Stunden erreichen? Was nehmen Sie sich vor für diese Zeit? Wie können Sie sich erfolgreich erleben und daher diese Zeit für sich nützlich, herausfordernd und interessant gestalten?

Erfolge geben Kraft und Freude, Erfolge stimulieren zu weiteren Erfolgen, stacheln Sie an, größere Herausforderungen anzunehmen. Auch ein Misserfolg wird hin und wieder dabei sein und hilft Ihnen, Ihr Wissen zu erweitern bzw. zu verfeinern. Somit hat auch der Misserfolg einen Nutzen.

Kennen Sie die Definition von Erfolg?

Erfolg ist das Erreichen von Zielen. Ziele sind nicht nur ein Mittel, um Mitarbeiter zur Leistung zu stimulieren, sondern sie sind auch eines der wichtigsten Elemente um Freude bei der Arbeit zu erleben. Dagegen verblassen die tollsten Motivationsstrategien.