Outdoor-Training

Outdoor Training ist ein Instrument zur Team- und Führungskräfteentwicklung. Es ermöglicht Menschen außerhalb des gewohnten beruflichen Umfelds, Dinge zu lernen, die sie im täglichen Berufsleben brauchen. Outdoor Teamtraining bedeutet ganzheitliches Lernen im Sinne der Integration von Handeln, Denken und Fühlen.

Beim Outdoor-Training werden in das übliche Trainingskonzept für Team- und Führungskräfte-Entwicklung neben Wissensvermittlung und praktischen Übungen spezielle Module integriert, die in freier Natur durchgeführt werden und mit körperlicher Betätigung verbunden sind. Diese stellen einerseits einen willkommenen Ausgleich zum Indoor-Seminaralltag dar und bieten andererseits einen idealen Rahmen für „experiential learning“ (erlebnisorientiertes Erfahrungslernen).

Ziel dabei ist, die vermittelten Themen durch Aktivitäten und Erlebnisse spürbar und erlebbar zu machen. Da der Lernerfolg am größten ist, wenn die vermittelten Inhalte selbst erlebt worden sind, wird durch die Einbindung von Outdoor-Modulen die Nachhaltigkeit des Gelernten stark erhöht.

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Entwicklung von Teams

Für die Entwicklung von Teams werden Übungen aus dem Bereich der Low Elements herangezogen. Dies sind Problemlösungsaufgaben, die das Team sowohl vor intellektuelle, als auch körperliche Herausforderungen stellen. Die Übungen werden so ausgewählt, dass sie der körperlichen Konstitution der Teilnehmer entsprechen.

Das klassische Element des Outdoor-Trainings bildet die ungewöhnliche Örtlichkeit des „Arbeitsplatzes“: Möglichst naturbelassene Orte, die mit Erholung und Entspannung verbunden werden. Outdoor-Training nutzt diese veränderte Situation als ideale Grundlage und Start für Veränderungsprozesse. Das real erlebte Wechselspiel zwischen Individuum, Gruppe und Natur sorgt für ein spannungsreiches Erfahrungsfeld voll von physischen, emotionalen und sozialen Herausforderungen.

Durch den Kontrast zum Berufsalltag werden alternative Verhaltensweisen provoziert. Tradiertes Handeln und Verhalten der Teilnehmer wird durch ein zusätzliches Repertoire an Möglichkeiten deutlich erweitert. Abklärung der körperlichen Verfassung der Beteiligten vorweg, klare Regeln und die Kompetenz der Trainer, gewährleisten die Sicherheit aller Teilnehmer.

Schnittstelle Individuum, Team und Aufgabe

Outdoor-Teamtrainings stehen für erlebnis- und erfahrungsreiche ganzheitliche Lernprojekte, die an der Schnittstelle zwischen Individuum, Team und Aufgabe angesiedelt sind. Die Chance als Individuum und als Team dabei nicht nur kognitiv-rational sondern durch eigene subjektive Betroffenheit und Erfahrung zu lernen, ist der Unterschied zu vielen anderen im Bereich der Teamentwicklung eingesetzten Methoden.

 

Schnittstelle Indiviuum, Team, AufgabeIndividuum – Aufgabe

  • Mut finden, wahrgenommene persönliche Grenzen zu überschreiten
  • Überprüfung alter Denkmuster (Rechtfertigungen, Schuldzuweisungen, etc.) zur Vermeidung neuer Erfahrungen: selbst-limitierende Einstellungen überwinden, Vertrauen und Selbstvertrauen gewinnen und Zugang zu persönlichen Ressourcen schaffen

Individuum – Team

  • Entwicklung der Fähigkeit des Einzelnen, sich in ein Team zu integrieren und die Fähigkeit des Teams, Einzelne aufzunehmen
  • Definition von “Spielregeln” für den Umgang miteinander: Offenheit, Ehrlichkeit, Vertrauen, Fehlerkultur, Konfliktregelung
  • Unterstützung des Individuums durch das Team, Selbstverantwortung, Motivation und Selbstmotivation
  • Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls, Erarbeitung gemeinsamer Werte, Synergien erkennen und nutzen, Reflexion von Teamprozessen

Team – Aufgabe

  • Gemeinsame Entwicklung und Umsetzung eines dienlichen Organisationskonzepts, funktionierende Spielregeln finden (Planung, Durchführung, Kontrolle),
  • Sicherstellung von Leitlinien für Qualität und einen kontinuierlichen Leistungsverbesserungsprozess durch die gewonnenen Erkenntnisse
  • Vorhandene Ressourcen erkennen und effizient nutzen (Mittel, persönliche Stärken, Zeit, etc.)

Das Gehirn funktioniert nach eigenwilligen Gesetzen. Jede effektive Lernmethode müsste darauf aufgebaut sein. Wir merken uns…

  • 10 % von dem, was wir lesen
  • 20 % von dem, was wir hören
  • 30 % von dem, was wir sehen
  • 50 % von dem, was wir hören und sehen
  • 70 % von dem, was wir selber sagen
  • 90 % von dem, was wir selber tun

Arbeiten mit Outdoor-Trainings

Der Trainer fungiert hier als Übungsleiter und übernimmt die Rolle des Auftraggebers, die er entweder kommunikativ-unterstützend oder unnahbar und distanziert gestalten kann. Die Aufgabenstellung erfolgt entweder klar strukturiert inklusive Auftragsziel und Übungsregeln oder als ausführliche Problemschilderung in Form einer Fantasiegeschichte. Im zweiten Fall liegt es an den Teilnehmern, die wesentlichen Informationen herauszufiltern und sich ein Bild des Problems zu machen.

Im Anschluss daran werden Regeln vereinbart, über deren Einhaltung der Trainer wacht. Diese gewährleisten die Sichrheit und Konstruktivität sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene (zu gefährliche Aktionen werden vermieden und es wird auf die Befindlichkeiten der Teilnehmer geachtet). Die Teilnehmer können auch eigene „Gruppenregeln“ festlegen, für deren Befolgung sie selbst verantwortlich sind. Dabei zeigt sich oft, dass das Eingestehen der eigenen Fehler oft schwer, bei eigenständiger Qualitätskontrolle aber unbedingt nötig ist.

Während der gesamten Übung gibt es einen oder mehrere Beobachter, die auf bestimmte Verhaltensweisen, etc. der Teilnehmer achten und sich, wenn nötig, Notizen machen. Schlüssel-szenen können auch auf Video aufgenommen werden, was die nachfolgende Analyse erheblich erleichtert – und auch auflockert.

In der Analysephase werden die Tatsachen zwar festgehalten, aber nicht bewertet, es gibt kein falsches und kein richtiges Verhalten. Gegenseitiger Respekt, aussprechen lassen und Interesse an den Meinungen aller Teilnehmer ist hier angebracht.

Erst in der Optimierungsphase werden auf Basis einer Stärken/Schwächen-Analyse Verbesserungsmaßnahmen entwickelt, die in den nächsten Übungen umgesetzt werden können. Hier sind in erster Linie die Teilnehmer selbst gefordert, der Trainer macht nur Vorschläge, wenn der Gruppe die Ideen ausgegangen sind. Maßnahmen, die vom Großteil der Gruppe getragen werden, werden visualisiert um sie nachhaltig zu verankern. Maßnahmen, die nur wenige Teilnehmer für sinnvoll halten, können in den nächsten Übungen propagiert werden. In einem letzten Schritt wird der Optimierungskatalog nach Wichigkeit gereiht und anhand der folgenden Übungen wird ihre Relevanz bestimmt. So ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess der gesamten Gruppe gewährleistet.