Erfolgsfaktor Sozialkompetenz

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Schon längst reichen Fach- und Methodenkenntnisse sowohl in der Führungsetage als auch bei Mitarbeiter/-innen in Schlüsselfunktionen nicht mehr aus, um den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein: soziale Kompetenzen sind gefragt um sich in der heutigen Arbeitswelt zu profilieren.

Eine Definition von Sozialkompetenz lässt sich nicht in wenige Worte fassen. Die Antworten auf die Frage, was sich denn nun eigentlich dahinter verberge, sind so zahlreich wie die Menschen, die die Antwort geben. Sozialkompetenz steht für ein Konglomerat von Fähigkeiten, die den Umgang mit der eigenen Person und mit anderen umschreiben. Diese sozialen und persönlichen Kompetenzen treten als Basisdisposition für Fach- und Führungskräfte immer stärker in den Vordergrund.

Teamarbeit ist gefragt

Verstärkte Team- und Projektarbeit erfordert ein neues Miteinander. So sind in Stellenbeschreibungen beispielsweise Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Motivationskraft neben Fach- und Methodenkenntnis mittlerweile die wichtigsten gefragten Kompetenzen. Dies verwundert insofern nicht, da der Wegfall von Hierarchien Vorgesetzte und Teams näher zusammenrückt. Zudem bauen Unternehmen vor allem in Zeiten der Veränderungen und Umstrukturierungen darauf, dass Führungskräfte den Mitarbeiter/-innen Ängste nehmen, Widerstände abbauen und letztlich für ein Betriebsklima sorgen, das eigenverantwortliches und effektives Arbeiten in Gruppen fördert.

Fähigkeiten wie Kommunikationsfreude, Konfliktlösungsbereitschaft und Teamorientierung werden damit in einer wissensbasierten Gesellschaft zum wichtigsten Erfolgskriterium. Schließlich vermehrt sich Wissen umso besser, je schneller und unproblematischer Menschen Informationen austauschen.

Wachstumspotenzial: Sozialkompetenz

Das Wachstumspotenzial liegt also zu einem wesentlichen Teil in der Sozialkompetenz der Mitarbeiter. Viele Firmen haben daher ihre Anforderungsprofile überarbeitet und soziale Kompetenzen als zentrale Kriterien für ihre Bewerberauswahl integriert. Je höher die zu besetzende Position, desto mehr nehmen die fachlichen Anforderungen ab, desto stärker gewinnen überfachliche Kompetenzen wie Kommunikationsvermögen und Teamgeist an Bedeutung.

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Die Entwicklung von sozialer Kompetenz fällt unter die Rubrik „Lebenslanges Lernen“. Die Verhaltensmuster werden zwar hauptsächlich im Kleinkindalter geprägt, Persönlichkeitsentwicklung ist jedoch auch im Erwachsenenalter möglich. Dazu gehört allerdings mehr als die Teilnahme an ein oder zwei Seminaren.

Seminare und Trainings sind ausschließlich ein Rahmen für die Teilnehmer/-innen, die ja nicht nur unterschiedliche Probleme und typische Verhaltensweisen mitbringen, sondern auch in ihren Wahrnehmungen, ihrer Veränderungsbereitschaft und ihrem Durchhaltevermögen unterschiedlich sind. Auch in seriösen Trainings kann also niemals eine Garantie für eine bestimmte Verhaltensänderung gegeben werden.

Test: Bin ich sozialkompetent?

Je mehr Fragen Sie mit JA beantworten können, desto ausgeprägter ist Ihre Sozialkompetenz.

  • Ich kommuniziere in angepasster Art und Weise mit unterschiedlichen Personen.
  • Ich kann meine Standpunkte klar und verständlich darlegen.
  • Ich kommuniziere offen, ehrlich und direkt, auch bei unangenehmen Mitteilungen.
  • Ich höre aktiv zu.
  • Ich kann andere für mich und meine Anliegen gewinnen und Vertrauen schaffen.
  • Ich kann eigene Gefühle glaubwürdig übermitteln, ohne mein Gegenüber zu überfordern.
  • Ich lasse Emotionen zu und kann angemessen mit den Gefühlen anderer Personen umgehen.
  • Ich kann mich in andere hineinfühlen.
  • Ich erkenne alltägliche Konflikte rechtzeitig und ergreife geeignete Maßnahmen.
  • Ich gehe konstruktiv mit Kritik um und bleibe fair in Auseinandersetzungen.
  • Ich bin auch zu Kompromissen bereit und suche nach win-win-Lösungen.
  • Ich setze mein Wissen und Können zugunsten des Teams ein, ordne Eigeninteressen den Interessen des Teams unter.
  • Ich bin bereit, von anderen Teammitgliedern Ideen aufzunehmen und auch von andern zu lernen.
  • Ich nehme Anliegen anderer ernst und zeige Wertschätzung gegenüber diesen.
Schlüsselfaktor Sozialkompetenz: Was uns allen fehlt und wir noch lernen können
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Schlüsselfaktor Sozialkompetenz: Was uns allen fehlt und wir noch lernen können
  • Eric Adler
  • Herausgeber: Econ
  • Auflage Nr. 1 (09.03.2012)
  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

Selbsteinschätzung

Wie soll nun aber angesichts dieser komplexen wie spezifischen Anforderung der Einzelne erkennen, wie es um seine Sozialkompetenz bestellt ist? Jeder, der im Umgang mit sich selbst ein bisschen sensibel ist, kennt seine wunden Punkte. Besonders reflexionsbereite Menschen, holen sich auch regelmäßig Feedback zu ihrer Person aus ihrem privaten wie beruflichen Umfeld.

In vielen Unternehmen sind Führungskräftebeurteilung durch die Mitarbeiter/-innen oder das Instrument des 360- Grad-Feedbacks bereits bewährte Methoden, um Rückmeldungen über die soziale Kompetenz von Mitarbeiter/-innen zu erhalten. So können Sie eine kritische Selbsteinschätzung Ihrer Sozialkompetenz vornehmen. Je mehr Punkte auf Sie zutreffen, desto höher entwickelt ist Ihre Sozialkompetenz.

Regelmäßiges Feedback im Trainingskontext kann Verhaltensänderung auslösen. Um in puncto soziale Kompetenz weiterzukommen, ist es unbedingt notwendig, Selbst- und Fremdbild in Übereinstimmung zu bringen. Wirksamkeit von Maßnahmen diesbezüglich ist am ehesten in einem längerfristigen Trainingsprozess zu erwarten. Sinnvoll könnte dabei auch eine ergänzende Einzelberatung sein.

Ein Coaching am Arbeitsplatz erhöht die Transfersicherheit von der Theorie in die Praxis. Das Lebenswerk Persönlichkeit kann als Thema jedoch nicht nur alleine dem Unternehmen anvertraut werden, sondern muss auch von jedem einzelnen gefördert und entwickelt werden.

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