Körpersprache der Mitmenschen richtig deuten

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Körpersprache transportiert vor allem Gefühlsinformationen und  Sprache vor allem Sachinhalte. In vielen Lebenssituationen ist es hilfreich, wenn man die Körpersprache seiner Mitmenschen richtig deuten kann.

Wie wir zu einer Sache oder Person wirklich stehen zeigt sich oft in

  • Haltung
  • Mimik
  • Gestik
  • Distanz
  • Blickkontakt
  • Kopfbewegungen
  • Erscheinung
  • Stimme, Tonfall

Dass in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, ist hinlänglich bekannt und sofort erkennbar. Doch auch die Körpersprache unterscheidet sich von Land zu Land und ist viel schwieriger zuzuordnen oder zu übernehmen.  Einige der nachfolgenden körpersprachlichen Ausdrucksformen sollen das veranschaulichen.


Die fremde Sprache zu sprechen ist eine Sache – doch beherrschen Sie auch die fremde Körpersprache?


Lächeln

Lächeln scheint auf der ganzen Welt ein positives Signal zu sein und doch gibt’s auch dabei Unterschiede: In Japan ist es ein Zeichen der Etikette, andere Menschen nicht mit seiner Wut oder seinem Schmerz zu belästigen, daher wird gelächelt bis zum Schluss. Dies wird wiederum von Europäern häufig als Heuchelei fehl gedeutet.

Blickkontakt

In Europa blickt der Zuhörer gewöhnlich den Sprecher an, um seine Aufmerksamkeit zu signalisieren. Blickkontakt ist auch ein Zeichen von Dominanz oder Zuneigung: Leute die wir mögen, schauen wir mehr an.

Andere Regeln zum Blickkontakt: Araber (Männer) suchen mehr Blickkontakt als Europäer, Japaner schauen eher auf den Hals als in die Augen, Türken halten den Blick als Zeichen des Respekts nieder.

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Oftmals wird der direkte Blick in die Augen als Missachtung und Versuch der Dominanz erlebt! Fehlender Blickkontakt kann fehl gedeutet werden als Zeichen von Verschlagenheit oder Unsicherheit, ist jedoch in vielen asiatischen Kulturen Zeichen des Respekts.

Gestik, die Sprache der Hände

Die Redegestik ist bei Italienern um ein Vielfaches ausgeprägter als bei Engländern und wird von diesen eher als ungehobelte „Herumfuchtelei“ erlebt.

Große Missverständnisse bieten auch die Handzeichen, wie „Victory“, der ausgestreckte Daumen usw.

Tonfall und Lautstärke

Tonfall und Lautstärke, Pausen und Lachen bieten ebenso viele Möglichkeiten der Missinterpretation. Europäer werden von Asiaten wegen ihrer lauten Sprechweise oft als unhöflich, gereizt oder aggressiv erlebt. Die indische Lautstärke wird sogar von Europäern als bedrohlich empfunden.

Körperkontakt

Wer wen wann wo und wie berühren darf ist abhängig von Geschlecht, Status und kulturellen Regeln. Das Eindringen in den Raum des Anderen drückt Dominanz aus. Wir berühren vor allem Kinder, Alte oder Behinderte aber nicht umgekehrt!

Fehlender Körperkontakt kann von Arabern als mangelndes Geschäftsinteresse gedeutet werden. Wohingegen Südeuropäer oftmals für Nordeuropäer als aufdringlich empfunden werden.

Kontaktreiche Kulturen: Araber, Lateinamerikaner, Griechen, Türken, einige afrikanische Kulturen

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Kontaktarme Kulturen: Nordeuropäer, US-Amerikaner, Kanadier, Asiaten

In 80 Fettnäpfchen um die Welt: Womit man sich im Ausland so richtig blamiert
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In 80 Fettnäpfchen um die Welt: Womit man sich im Ausland so richtig blamiert
  • Françoise Hauser
  • Herausgeber: Piper Taschenbuch
  • Taschenbuch: 208 Seiten

Ja signalisieren

  • mit dem Kopf nicken: (fast) weltweit
  • Kopf hin und her wiegen: Indien, Pakistan, Bulgarien
  • Kopf zurückwerfen: Äthiopien

 Nein signalisieren

  • Kopf schütteln: weit verbreitet
  • Kopf zurückwerfen: arabische Kulturen, Griechenland, Türkei, Süditalien
  • Augenbrauen hochziehen: Griechenland
  • mit der Hand abwinken: weit verbreitet
  • Hand am Kinn hochschnippen: Süditalien, Sardinien

Emotionale Kulturen …

… zeigen offener Freude, Trauer, Angst,… (Beispiele: Kuwait, Ägypten, Spanien, Russland, Frankreich,…)

Neutrale Kulturen …

… bevorzugen Ruhe, wenig Gestik und Mimik, größere Distanz (Beispiele: Japan, China, Indien, Kanada)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Körpersprache von klein auf durch Nachahmung gelernt wird und somit großteils unbewusst bzw. selbstverständlich ausgedrückt wird. Umso größer ist da die Verwirrung, wenn man mit Vertretern anderer kultureller zusammentrifft und unterschiedliche Standards aufeinanderprallen.

Deshalb ist ein guter Rat, einfach sein Umfeld zu beobachten und sich auch in der Körpersprache an die augenscheinlich vorherrschenden Regeln und Gewohnheiten anzupassen.


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Literaturhinweise

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Projektcontrolling: Projekte erfolgreich planen, überwachen und steuern
Roland Wanner - Herausgeber: CreateSpace Independent Publishing Platform - Auflage Nr. 1 (10.11.2013) - Taschenbuch: 280 Seiten
Projektmanagement mit Excel: Projekte planen, überwachen und steuern. Für Excel 2010, 2013 und 2016
Ignatz Schels, Uwe M. Seidel - Herausgeber: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG - Gebundene Ausgabe: 346 Seiten
Tools für Projektmanagement, Workshops und Consulting: Kompendium der wichtigsten Techniken und Methoden
Nicolai Andler - Herausgeber: Publicis - Auflage Nr. 6 (01.07.2015) - Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
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