Feedback – was ist das?

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Feedback ist eine Rückmeldung darüber, wie ich das Verhalten von meinem Gegenüber wahrnehme und erlebe. Ich teile ihr oder ihm mit, was es bei mir auslöst und wie es mir damit geht.

Konstruktives Feedback gibt Orientierung, wie man von anderen wahrgenommen wird und ermöglicht daher, Verhaltensweisen zu korrigieren, die nicht die beabsichtigte Wirkung erzielen. Sehr oft sind uns manche Bereiche unseres Verhaltens selber nicht bewusst. Diese Bereiche nennen wir „Blinde Flecken“.

Feedback – Warum?

Das Tempo und die Schnelligkeit von Veränderungen in unserem Umfeld lassen sehr häufig die Zeit für konstruktive Gespräche zu kurz kommen. Der tägliche Austausch reduziert sich auf die fachlichen Themen – den Arbeitsalltag. Die menschlichen Grund-Bedürfnisse nach sozialem Austausch und Rückmeldungen werden vernachlässigt.


Feedback stellt eine überaus wertvolle Informationsquelle dar.


Im beruflichen Umfeld kann ein  Feedback Missverständnisse klären und damit die Zusammenarbeit erleichtern und nachhaltig verbessern. Mit der Zeit steigt die Fähigkeit zu einer reifen Kommunikationskultur. Die meisten Störungen und Missverständnisse kommen erst gar nicht auf oder können schnell wieder ausgeräumt werden.

Unterschied Selbstbild – Fremdbild

Das JOHARI-Fenster

Der Unterschied zwischen Selbstbild und Fremdbild wird im Johari-Fenster veranschaulicht. Durch ein offenes Feedback bekommen wir die Chance, unser Verhalten zu ändern und zu verbessern.

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Feedback Johari FensterWie gebe ich Feedback?

Wer Feedback gibt, kann anderen Personen wertvolle Information zur Selbsteinschätzung geben. Feedback geben braucht aber klare Regeln:

  • Im eigenen Namen sprechen („Du wirkst auf mich…“ statt „Du bist…“)
  • Nur beschreiben, was nach außen sichtbar war und die eigene Reaktion darauf benennen
  • Konkret sein – Beispiele nennen
  • Beschreiben statt bewerten
  • Interpretationen vermeiden
  • Zeitlich so rasch als möglich
  • Positive Formulierung („Ich wünsche mir, dass…“ statt „Du sollst nicht…“)
  • Nicht nur kritisieren, sondern auch positive Aspekte äußern
  • Konstruktive Vorschläge für die Zukunft machen, die der Empfänger auch befolgen kann

Wie nehme ich Feedback an?

Ein wichter Teil in Feedbackgesprächen ist das Annehmen des Feedbacks. Wichtig dabei ist zu wissen: Feedback ist eine subjektive Wahrnehmung des Feedbackgebers. Das bedeutet, von unterschiedlichen Personen bekommt man meist auch unterschiedliches Feedback. Was man mit dem Feeedback macht, entscheidet jeder für sich selbst.

  • Zuhören und das Feedback aufnehmen
  • Nur Verständnisfragen stellen
  • Nachfragen, wenn etwas unklar ist
  • Das Feedback annehmen (und dafür danken)
  • (Zunächst) nicht argumentieren oder sich verteidigen
  • Nach einiger Zeit (zumindest darüber schlafen) darüber ins Gespräch kommen

Klassische Varianten von Feedback

Feedback im jährlichen Mitarbeitergespräch

Von Führungskraft zu Mitarbeiter/-in …

… verstärkt Verhaltensweisen, indem sie benannt und anerkannt werden. Feedback ermöglicht, eigene Verhaltensweisen zu korrigieren, die die beabsichtigte Wirkung nicht erreichen. Es sollte ein fixer Bestandteil des jährlichen Mitarbeiter-Gespräches sein. Durchaus üblich ist in der heutigen Zeit eine Rückmeldung der Führungskraft an den Mitarbeiter.

Feedback: Wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und Natur, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft beherrscht
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Feedback: Wie Rückkopplung unser Leben bestimmt und Natur, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft beherrscht
  • Jürgen Beetz
  • Herausgeber: Springer Spektrum
  • Auflage Nr. 12016 (01.12.2015)
  • Taschenbuch: 392 Seiten

Von Mitarbeiter/-in zu Führungskraft

Feedback sollte aber auch an die Vorgesetzten – also in die „andere Richtung“ – erfolgen. Die Führungskraft profitiert davon, wenn sie es einfordert. Manager/-innen bekommen wichtige Informationen über ihr eigenes Verhalten und die Auswirkungen. Es hilft zur eigenen Standortortbestimmung, beim Korrigieren des Kurses und somit auch beim persönlichen Erfolg.

Feedback auf „gleicher Ebene“

von Kollegin zu Kollege …

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… Auch hier ist eine wesentliche Funktion von Feedback, Beziehungen zu klären und Bedürfnisse zu äußern. Auf gleicher Ebene fällt es meist leichter, konstruktives Feedback zu geben. Es verbessert das Klima wesentlich und schafft damit eine gute Voraussetzung für produktives Arbeiten, Zufriedenheit und Effizienz.

Bewährte Formen des Feedbacks:

  • Feedback unter vier Augen
  • Feedback im Team

360° Feedback – eine spezielle Form des Feedbacks

Eine spezielle Vorgangsweise für Rückmeldungen an Führungskräfte eines Unternehmens ist das 360°-Feedback. 360° heißt, dass die Rückmeldungen aus verschiedenen Perspektiven erfolgen. Die Rückmeldungen beziehen sich auf das Verhalten der Führungskräfte im Berufsalltag.

360° Feedback - eine strukturierte RückmeldungNutzen von 360° Feedback

360°-Feedback wird in der Führungsebene eingesetzt und hat sich ab einem Team von mindestens 5 Personen bewährt. Durch das 360°-Feedback erhalten Führungskräfte Anerkennung für positives Verhalten und eine Korrekturmöglichkeit für negative Verhaltensweisen. Das 360 Grad Feedback kann helfen, störende oder irritierende Verhaltensweisen im beruflichen Alltag erstens zu erkennen und zweitens zu verändern. Es gibt Orientierung, die die Führungskräfte mindestens genau so nötig haben wie ihre Mitarbeiter/-innen. Der eindeutige Mehrwert des 360° Feedbacks sind die verschiedenen Perspektiven und der Abgleich mit der Selbsteinschätzung.

Die Befragung erfolgt meistens anonym was den Vorteil hat, dass die Antworten wesentlich ehrlicher ausfallen. Das 360-Grad-Feedback ist mittlerweile ein wichtiges Instrument in der Führungskräfteentwicklung.

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