Projektsimulation mit Lego

Anzeige

Haben Sie schon einmal einen Pharao kennen gelernt? Einen lebendigen? Vermutlich nicht… Doch denken Sie einmal nach: Womit verbinden Sie die Figur des Pharaos? Assoziieren Sie dabei Begriffe wie „Macht“, „Strenge“, Herrschaft“ oder „Null-Toleranz“?

Wenn Sie dies Eigenschaften auf Ihren Projektalltag umlegen, kennen Sie vielleicht doch ein paar Pharaonen. Die eine oder andere Ähnlichkeit mit Ihnen bekannten Personen werden Sie wahrscheinlich entdecken.

Der Wirkungszeitraum der Pharaonen im alten Ägypten hat sich über Jahrtausende erstreckt. So falsch konnte ihre Führungsstrategie also nicht sein. Auch wenn wir die eingangs erwähnten Eigenschaften eines Pharaos gar nicht gerne hören und diese sogar in Projekten der heutigen Zeit verpönt sind. Dennoch sind Parallelen zwischen diesen beiden Welten leichter herstellbar als vielleicht zuerst vermutet.

Das Projektmanagement der alten Pharaonen – „Challenge of Egypt“

Die Projektsimulation „Challenge of Egypt“ macht sich diese Parallelen zunutze. Einerseits gewinnt man so als Projektmitarbeiter Abstand zu der uns bekannten „realen Welt“ und kann so neue Sichtweisen schaffen und andererseits hat man auch im alten Ägypten mit analogen Projektherausforderungen zu kämpfen.

Rahmenbedingungen der Projektsimulation

Wir befinden uns in Ägypten zur Zeit der Pharaonen und werden gemeinsam die Cheops-Pyramide errichten. Auch die Königin will ihre eigene Pyramide haben. Um den pharaonischen Hausfrieden zu wahren, gewährt Pharao Cheops großzügig den Bau einer zusätzlichen kleineren Pyramide.

Anzeige

Die für diese beiden Pyramiden zur Verfügung stehenden Mittel belaufen sich auf ein Budget von 4.200.000 ET und 18.000 Projektmitarbeiter. Die Projektdurchlaufzeit beträgt 24 Jahre.

Bei einem derartig bedeutenden und lange laufenden Projekt gibt es auch besondere Einflüsse von außen zu betrachten:

  • Die Launen des Pharaos
    Die Wünsche des Pharaos können sich sehr schnell ändern. Für manche ist dies Ausdruck seiner mit den Jahren wachsenden Weisheit. Andere halten den Pharao für launenhaft, würden dies aber niemals laut sagen.
  • Schicksalsschläge und glückliche Fügungen
    Kriege und Hungersnöte, aber auch überreichliche Ernte und Zeiten wirtschaftlicher Blüte beeinflussen den Projektfortschritt.
  • Unterstützendes und Belastendes
    Eine gute Arbeitsmotivation kann manchmal unverhoffte Fortschritte bewirken. Rückschläge durch Arbeitsunfälle kommen aber genauso vor. Schließlich spielen auch Personaländerungen bei so einem langwierigen Projekt eine große Rolle.
  • Das unvorhersehbare Wasser
    In manchen Jahren herrscht eine große Dürre, in anderen regnet es im Überfluss. Der Wasserstand des Nils ist daher mal sehr niedrig, mal sehr hoch, was sowohl die Schiffahrt als auch den Transport auf der Uferstraße erheblich beeinflusst

Jede einzelne Rolle der Projektorganisation hat ihre Beschreibung. Als Auftraggeber fungiert der Großwesir Hainunu. Der Projektmanager verteilt die Arbeit, welche wiederum von den Teammanagern ausgeführt werden. Je nach Gruppengröße gibt es nur ein Team oder mehrere, die untereinander konkurrieren und jedes für sich die perfekte Pyramide für den Pharao fertigstellen möchte.

Ablauf der Projektsimulation

Um die Simulation möglichst anschaulich zu gestalten, arbeiten die Spieler nicht nur auf Papier, sondern bauen tatsächlich Pyramiden – aus Legosteinen. Für die 24 Jahre Projektlaufzeit werden 24 Runden gespielt, die unvorhergesehenen Einflüsse von außen werden über vordefinierte Ereigniskarten ins Spiel gebracht.

Jede dieser Runden besteht aus folgenden identen Ablaufschritten:

Projektsimulation Ablauf

Nach anfänglicher Konzentration auf das Verstehen des Ablaufs richtet sich der Fokus der Spieler im Laufe der Runden immer mehr auf deren Effizienz und kontinuierlichen Verbesserung.

Kommunikation zur Bewältigung von Umweltsituationen wie bspw. Hochwasser des Nils und damit der Notwendigkeit der Verlagerung des Transports auf die Strasse wird als strategisches Mittel erkannt. Ebenso wie die Prävention von Risiken durch vorher gehenden Erwerb von Gegenmaßnahmen.

Anzeige

Auch wenn das Bautempo ungefähr konstant bleibt, werden die Bauarbeiten selbst mit der fortschreitenden Höhe der Pyramide immer schwieriger. Die Menge der eingesetzten Arbeiter nimmt mit fortschreitender Bauhöhe zu.

Die Arbeiten werden in Form von Arbeitspaketen zugewiesen. In einem Arbeitspaket geht es zum Beispiel um die Beschaffung der Steine für den Bau der Pyramide. Diese Arbeit wird jedoch durch Ereignisse, die in jeder Runde geschehen, erschwert oder erleichtert. Nach Abschluss des Arbeitspaketes muss an den Auftraggeber berichtet werden. Was wurde fertig gestellt und was fehlt noch?

Betrachtung durch die Scheibe

Im Rahmen der Vorbereitung der Projektsimulation werden die Details der Abläufe in einem Startgespräch mit dem Auftraggeber vereinbart. Die Teilnehmer äußern konkrete Herausforderungen aus ihrem Alltag und steuern so selbst die gewünschten Interventionseffekte.

Projektsimulation LegoDas können durchaus auch Aussagen sein wie: „Wir haben am Anfang immer alles klar definiert, verlieren aber im Verlauf des Projekts unseren Fokus. Was dabei geschieht und was wir dagegen unternehmen können, ist uns nicht klar. Bitte helfen Sie uns, Ansatzpunkte sichtbar zu machen!“. Oder auch „Meine Mitarbeiter verstehen den Sinn von regelmäßigen Berichten, Risikomanagement, etc. nicht. Wie sollen wir ihnen deren Zweck näher bringen?“.

Entsprechend dieser Vorgaben entwirft der Simulations-Spezialist ein passendes Design, welches die stete Leitlinie während der Durchführung darstellt. Die Aufgabe des Spielleiters besteht darin, alle Teilnehmer entlang dieses roten Fadens zu führen. Anhand dieser Leitlinie werden auch die Beobachtungen notiert und die gemeinsame Reflexion durchgeführt.

Nach den 24 Spielrunden betrachtet der Pharao kritisch die gelieferten Ergebnisse aus den unterschiedlichen Teams. Letztendlich entscheidet er, in welche Pyramide er sich zurückziehen wird.

Projektmanagement. - lernen, lehren und für die Praxis
13 Bewertungen
Projektmanagement. - lernen, lehren und für die Praxis
  • Helmut Zell
  • Herausgeber: Books on Demand
  • Auflage Nr. 6 (01.01.1970)
  • Taschenbuch: 158 Seiten

Der Nutzen der Projektsimulation

Die Teilnehmer…

  • erhalten Bewusstsein für Ineffizienzen im Projekt
  • können diese Ineffizienzen in der Simulation mit Projektcoach und Simulationsspezialist bearbeiten
  • lernen, Schwerpunkte und Prioritäten zu setzen (größter Hebel zur Effizienz)
  • können in freiem Raum mit ihrem Projekt experimentieren
  • erkennen die aktuellen hinderlichen Verhaltensmuster in Projekten
  • finden neue nachhaltige Lösungswege
  • entwickeln sich selbst und das Team weiter
  • treten mit Experten für Projektmanagement in Dialog
  • schaffen die Basis für gezielte Ausbildungsmaßnahmen aufgrund der Ergebnisse der Projektsimulation
  • geben die gewonnenen Erkenntnisse weiter und tragen so zur kontinuierlichen Weiterentwicklung im Unternehmen bei

Anwendungsgebiete der Projektsimulation

Die Projektsimulation ist sowohl bei einem Kick-Off zur Bildung neuer Teams, als auch als Incentive und ganz besonders als Maßnahme einer kontinuierlichen Weiterentwicklung geeignet. Wiederholte Durchführungen nach 18 oder 24 Monaten können einen weiteren Entwicklungssprung im Team auslösen.
Besonders hilfreich ist es, die Simulationen zur Unterstützung von Ausbildungen einzusetzen. Durch das direkte Erleben wird Abstraktes verständlich, Zusammenhänge erkennbar, der Nutzen greifbar.

Achtung: Die Simulation während einer Projektumsetzung durchzuführen ist nicht ratsam.


Anzeige

Literaturhinweise

Anzeige